• 27. – 29. September 2022
  • Messegelände Düsseldorf

ALUMINIUM 2022: Starkes Signal einer starken Industrie

30. September 2022
Düsseldorf

© RX Austria & Germany

Mit 20.400 Besuchern aus 100 Nationen hat sich die Weltleitmesse ALUMINIUM in Düsseldorf nach vierjähriger Pause zurückgemeldet – und die Erwartungen übertroffen. Aluminium ist und bleibt ein Schlüsselmaterial auf dem Weg zu Klimaneutralität und Ressourcenschonung, die Branche aber kämpft mit großen Herausforderungen bei Energiepreisen, Versorgungssicherheit und Lieferketten. Die 730 Aussteller aus 50 Nationen zeigten auf der ALUMINIUM aber auch: Die Potenziale des Materials und der gesamten Branche sind enorm.

„Die ALUMINIUM 2022 hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Barbara Leithner, Chief Operating Officer von RX Austria & Germany, dem Veranstalter der ALUMINIUM. „Je herausfordernder die Zeit, desto wichtiger sind die Kommunikation und die Geschlossenheit der Branche. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen war die ALUMINIUM 2022 so gesehen die wichtigste Veranstaltung in ihrer 25-jährigen Geschichte“, ist Barbara Leithner überzeugt.

Die Stimmung der Branche bewegt sich zwischen ernst und hoffungsvoll. Unbestritten sind die hohen Energiekosten für die Aluminiumbranche zur Gefahr geworden. „Die Lage ist ernst“, beschreibt Rob van Gils die Situation der Aluminiumindustrie in Europa. Der Präsident von Aluminium Deutschland betont: „Der Energiewahnsinn gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit. Und das ist etwas, das die Industrie allein nicht lösen kann. Wir brauchen also politische Unterstützung und Lösungen. Im Moment müssen wir die Versorgungssicherheit wirklich an erste Stelle setzen“, so van Gils.

Das fordert auch Paul Voss, Director General des Branchenverbandes European Aluminium: „Wir brauchen eine Kombination aus kurzfristigen Maßnahmen, um den Aderlass zu stoppen, und einem System, das es energieintensiven Industrien ermöglicht, sich die benötigte Energie zu einem akzeptablen Preis zu beschaffen. Ich sage nicht, zu demselben Preis, den wir vorher hatten, sondern zu einem, mit dem wir leben können.“

 

Enabler auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft

Mit „Hilfen und Bremsen“ will der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, die energieintensive Industrie wie die Aluminiumbranche in Deutschland halten, wie er in seiner Videobotschaft bei der Eröffnung der Messe erläuterte. Möglichkeiten sieht Habeck hier unter anderem durch die angekündigten Hilfsprogramme und die Gaspreisbremse. „Im Sockel die Preise runterzubringen, wird viel Geld kosten. Wenn es aber hilft, die Substanz der deutschen Industrie zu wahren, ist es wohlangelegtes Geld“, so der Bundesminister.

Die Bedeutung der Aluminiumbranche hob auch Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, hervor: „Aluminium kann als ein Enabler auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft und Industrie verstanden werden“, so Neubaur in ihrer Videoansprache, die sie an die Besucher der ALUMINIUM zur Eröffnung richtete. „Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend dafür, ob die Transformation der Industrie gelingt. Essenziell wird dabei sein, dass wir Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit für umfangreiche Technologie- und Infrastrukturinvestitionen sicherstellen. Der nächste Investitionszyklus muss für den Umbau der Industrie genutzt werden“, so die Ministerin.

Dass die Aluminiumbranche dazu bereit ist, macht Paul Voss deutlich und bringt den durchaus herrschenden Optimismus auf den Punkt: „Ich sehe Menschen, die nicht versuchen, den Niedergang zu bewältigen, sondern die sich auf eine gute Zukunft vorbereiten. Das gibt mir wirklich Hoffnung.“

Die Messe bot den Rahmen für den dazugehörigen Dialog. „Was wir hier auf der ALUMINIUM gesehen haben, ist eine sehr offene Plattform, eine sehr hohe Qualität des Dialogs und wir hoffen, dass wir die richtigen Signale an alle Interessenvertreter senden konnten, die uns kurz- und mittelfristig unterstützen können“, fasst Michael Hahne von Novelis die drei Messetage zusammen.

 

Nachhaltigkeit hat Hochkonjunktur

Auch Investitionen und signifikante Vertragsabschlüsse verzeichneten die Aussteller der ALUMINIUM. So unterzeichnete beispielsweise die SMS Group auf der Messe einen Kontrakt über gleich mehrere Strangpressen. Darunter eine der größten Strangpressen der Welt mit einer Presskraft von 150 MN. „Unser Kunde aus der Türkei gehört damit zu den ersten Herstellern von solch großformatigen Aluminiumprofilen für Schienenfahrzeuge in Europa“, freut sich Tobias Brune. „Die Investitionsentscheidung unseres Kunden zeigt den wachsenden Markt für Leichtbauanwendungen im Mobilitätssektor und einen klaren Trend: Nachhaltigkeit und Investitionen in Infrastruktur haben Hochkonjunktur.“

Dass der Mobilitätssektor, die Themen Nachhaltigkeit und Recycling sowie die digitale Fertigung die Zukunftsthemen der gesamten Branche sind, machte das Fachprogramm deutlich, das an allen drei Messetagen großen Zuspruch fand. Erstmals fand die ALUMINIUM Conference – organsiert von Aluminium Deutschland – inmitten des Ausstellungsbereichs statt. Ihre Premiere feierten zudem zwei Speakers‘ Corners zu den Themen „Sustainability & Recycling“ und „Additive & Digital Manufacturing“.

 

Face-to-face zum Erfolg

Neben dem Wissenstransfer stand der persönliche Austausch im Mittelpunkt, wie Yavuz Arkun von Assan Alüminyum betont. „Das wichtigste ist, sich um seine Kunden zu kümmern, deren Bedürfnisse zu verstehen, gute Beziehungen aufzubauen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Messen wie die ALUMINIUM sind die Gelegenheit, sich face-to-face zu sehen. Es bereitet uns wirklich Vergnügen und wir profitieren davon.“

Einen Erfolg in der ALUMINIUM 2022 sieht auch Ilias Papadopoulos von Trimet: „Die richtige Zeit, der richtige Ort, die richtigen Partner - wir haben Kunden hier, wir haben Lieferanten hier. Es waren wirklich fruchtbare und intensive Diskussionen mit den richtigen Leuten. Wir können sagen: Für uns war es ein großer Erfolg und wir freuen uns darauf, 2024 wieder dabei zu sein.“

 

Die kommende ALUMINIUM findet vom 8. bis 10. Oktober 2024 statt.

www.aluminium-exhibition.com

Hier finden Sie weitere Bilder von der ALUMINIUM 2022.

 

 

Stimmen der ausstellenden Unternehmen und Partner

 

„Die ALUMINIUM 2022 hat unsere Erwartungen übertroffen. Je herausfordernder die Zeit, desto wichtiger sind die Kommunikation und die Geschlossenheit der Branche. Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen war die ALUMINIUM 2022 so gesehen die wichtigste Veranstaltung in ihrer 25-jährigen Geschichte."

Barbara Leithner, Chief Operating Officer, RX Austria & Germany

 

„Die Lage ist ernst. Der Energiewahnsinn gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit. Und das ist etwas, das die Industrie allein nicht lösen kann. Wir brauchen also politische Unterstützung und Lösungen. Im Moment müssen wir die Versorgungssicherheit wirklich an erste Stelle setzen.“

Rob van Gils, Präsident, Aluminium Deutschland

 

„Wir brauchen eine Kombination aus kurzfristigen Maßnahmen, um den Aderlass zu stoppen, und einem System, das es energieintensiven Industrien ermöglicht, sich die benötigte Energie zu einem akzeptablen Preis zu beschaffen. Ich sage nicht, zu demselben Preis, den wir vorher hatten, sondern zu einem, mit dem wir leben können.“

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„Ich sehe Menschen, die nicht versuchen, den Niedergang zu bewältigen, sondern die sich auf eine gute Zukunft vorbereiten. Das gibt mir wirklich Hoffnung.“

Paul Voss, Director General, European Aluminium

 

„Im Sockel die Preise runterzubringen, wird viel Geld kosten. Wenn es aber hilft, die Substanz der deutschen Industrie zu wahren, ist es wohlangelegtes Geld.“

Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz (via Videobotschaft)

 

„Aluminium kann als ein Enabler auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft und Industrie verstanden werden. Die nächsten fünf Jahre sind entscheidend dafür, ob die Transformation der Industrie gelingt. Essenziell wird dabei sein, dass wir Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit für umfangreiche Technologie- und Infrastrukturinvestitionen sicherstellen. Der nächste Investitionszyklus muss für den Umbau der Industrie genutzt werden."

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (via Videobotschaft)

 

"Wir freuen uns sehr, dass wir in diesem Jahr einen Großauftrag für mehrere Aluminium-Strangpressen unterzeichnet haben. Er umfasst eine 150-MN-Strangpressanlage. Dies ist die größte Strangpresse in Europa und eine der größten der Welt. Außerdem haben wir einen Vertrag über eine 45-MN-HybrEx®-Anlage unterzeichnet, die sehr energieeffizient ist. Das zeigt den wachsenden Markt für Leichtbauanwendungen im Mobilitätssektor und einen klaren Trend: Nachhaltigkeit und Investitionen in Infrastruktur haben Hochkonjunktur."

Dr. Tobias Brune, Vice President Non Ferrous & Additive Manufacturing Forging Plants, SMS group GmbH

 

"Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Nachhaltigkeit. Dies geht auch mit der Möglichkeit einher, das Recycling zu erhöhen. Die Wiederverwertung von Aluminium und weiteren Werkstoffen ist ein sehr wichtiges Thema, das uns hilft, den Energieverbrauch um 95 Prozent zu senken.

Was wir hier auf der ALUMINIUM gesehen haben, ist eine sehr offene Plattform, eine sehr hohe Qualität des Dialogs und wir hoffen, dass wir die richtigen Signale an alle Interessenvertreter senden konnten, die uns kurz- und mittelfristig unterstützen können."

Michael Hahne, Vice President Automotive, Novelis Europe

 

„Das wichtigste ist, sich um seine Kunden zu kümmern, deren Bedürfnisse zu verstehen, gute Beziehungen aufzubauen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Messen wie die ALUMINIUM sind die Gelegenheit, sich face-to-face zu sehen. Es bereitet uns wirklich Vergnügen und wir profitieren davon.“

Yavuz Arkun, Director, Strategy & Marketing, Assan Alüminyum

 

„Die richtige Zeit, der richtige Ort, die richtigen Partner - wir haben Kunden hier, wir haben Lieferanten hier. Es waren wirklich fruchtbare und intensive Diskussionen mit den richtigen Leuten. Wir können sagen: Für uns war es ein großer Erfolg und wir freuen uns darauf, 2024 wieder dabei zu sein.“

Ilias Papadopoulos, Bereichsvorstand, Trimet Aluminium SE

 

„Es ist wie mit der Digitalisierung, mit der Netzwerkarbeit - man bringt die Dinge zusammen. Man bringt Daten zusammen, man bringt Menschen zusammen. Das ist der Grund, warum Messen so gut laufen, weil jeder hungrig ist, Kollegen zu sehen, Menschen aus anderen Unternehmen, die interessante Produkte entwickeln. Ich denke, jeder erlebt, dass es eine riesige Entwicklung bei digitalen Produkten gibt, aber dieser persönliche Kontakt ist immer noch sehr, sehr wichtig, und so hatten wir hier eine sehr gute Messe, die in diesem Jahr ein Erfolg war."

André E. Barten (President & CEO), ACHENBACH BUSCHHÜTTEN GmbH & Co. KG

 

„Die Energiepreissteigerungen sind für unser Unternehmen die größte Herausforderung. Wir arbeiten viel mit Rohaluminium und die Rohstoffkosten sind ebenfalls nach oben geschnellt und Aluminium-Lithium-Legierungen sind durch Elektromobilität und Photovoltaik kaum noch zu bekommen. Durch Lieferschwierigkeiten kommt es zudem immer häufiger zu Kapazitätsengpässen und auch gut ausgebildete Mitarbeiter sind schwierig zu gewinnen.“

Stella Di Bernardo, Account-Manager Luftfahrt und Wehrtechnik Arconic Extrusions Hannover

 

„Die Aufteilung und Gestaltung der Hallen gefällt uns diesmal bei der ALUMINIUM besonders gut. Die Kundenfrequenz ist ebenfalls sehr gut – wie sind überrascht, wie viele internationale Kunden gekommen sind. Wir nutzen die Gelegenheit, präsent zu sein, Kontakte zu Bestandskunden zu pflegen und neue zu gewinnen.“

Myriam Casciani, Metal Marketing, Niemet KG

 

„Die ALUMINIUM ist in diesem Jahr eine sehr internationale Messe mit Besuchern aus allen Kontinenten – das findet man nicht so häufig. Außerdem treffen hier alle Industriesegmente zusammen.“

Nebosja Wosel, Leiter Gesamtvertrieb, Elumatec AG

 

„Perspektivisch möchten wir die Digitalisierung weiter voran treiben, um noch näher und schneller am Kunden zu sein. Intern haben wir uns das Ziel gesetzt, den Nachwuchs stärker zu fördern.

Die Messe nutzen wir in diesem Jahr stark, um neue Kunden zu erschließen und bestehende Kontakte zu pflegen.“

Tina Steeger, Head of Marketing und Business Development, Refratechnik Group

 

„Aus einer grauen Wertschöpfungskette müssen wir eine grüne machen. Das ist bei den aktuellen Energiepreisen eine große Herausforderung. Deshalb müssen wir Wasserstoff im industriellen Maßstab nutzbar machen und noch mehr intelligente Kreislaufwirtschaft in allen Rohstoffbereichen etablieren. Aluminium ist das Schlüsselmaterial für die Energiewende. Der hohe Bedarf wird sich jedoch nur mit einem erhöhten Recycling-Anteil decken lassen.“

Mauritz Faenger-Montag, Counsil Corporate Affairs Real Alloy Germany GmbH

 

„Die aktuelle Herausforderung: Energie, Energie, Energie.“

Stephan Zegers, Managing Director Alufinish GmbH & Co. KG

 

„Die Messe leistet für uns einen sehr großen Beitrag zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens, denn wir treffen viele bestehende und potenzielle Kunden hier. Solche Messen sind daher für uns wichtige Treffpunkte.“

Margarita Klütsch, Regional Sales Manager, Hösch Metallurgie GmbH