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und seine Anwendungsindustrien
18. – 20. Mai 2021
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Weiter Unsicherheit auf den Metallmärkten

14.09.2020
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Die großen globalen Finanz-, Metall- und Rohstoffmärkte bleiben durch die Corona-Virus-Pandemie weiter verunsichert. Zwar wächst in Teilen Europas sowie besonders in Ostasien - vor allem in China - allmählich der Eindruck, das Schlimmste sei vorüber. Doch in den USA ist der COVID-19-Sturm keineswegs vorbei, ganz im Gegenteil: in allen Bundesstaaten von Alabama bis Wyoming häufen sich weiter die COVID-Fälle.

Die USA halten damit unangefochten den ersten Platz auf der Weltrangliste der am schlimmsten von der Corona-Virus-Pandemie betroffenen Staaten. Danach gibt es jetzt allerdings einen Wechsel: Indien hat Brasilien bei der Zahl der COVID-19 Fälle vom zweiten auf den dritten Platz verwiesen.

Doch in den USA nähert sich auch die Präsidentschaftswahl im November schnell. Die Verunsicherung am US-Metallmarkt wächst damit weiter, insbesondere auch aufgrund von Anspannungen im Welthandel: Nur wenige Wochen nachdem die USA, Kanada und Mexiko ihr neues, über drei Jahre lang hart verhandeltes Handelsabkommen unterzeichnet haben, verordnete die US-Regierung neue Strafzölle auf Primäraluminium aus Kanada. Die Begründung ist wie schon 2018, dass die Aluminium-Importe die Sicherheit der USA gefährden.

Davon abgesehen, dass gerade große US-Aluminiumkonzerne ihr Primäraluminium überwiegend in Kanada produzieren, weil sie dort CO2-freie und damit umweltfreundliche Wasserkraft nutzen können, schadet die US-Regierung mit solchen Strafzöllen am meisten der heimischen Industrie. Das gilt vor allem für Weiterverarbeiter von Aluminium, die ohnehin viel mehr Arbeitsplätze bieten als die Produzenten auf der Primärstufe - ganz gleich, ob sie nun Autos, Flugzeuge, Fahrräder, Fensterrahmen oder auch Getränkedosen produzieren. Deshalb lehnt auch die amerikanische Wirtschaft die Strafzölle strikt ab. Die US Chamber of Commerce lässt daran keinen Zweifel. Myron Brilliant, bei der US-Handelskammer für das internationale Geschäft zuständig, warnt: “Die Strafzölle treiben die Kosten für die US-Verarbeiter in die Höhe. Selbst die Aluminium-Produzenten in den USA lehnen sie größtenteils scharf ab.

Der US-Markt bietet kaum Hoffnung auf eine schnelle Belebung. Dass die Nachfrage nach Aluminium im ersten Halbjahr 2020 mit Minus 18,2 Prozent dort dramatisch eingebrochen ist, geht auf das Konto der Coronavirus-Pandemie.

Rusal, der russische Aluminium-Riese, weltweit einer der größten Produzenten des Leichtmetalls, sieht sich selbst gut gerüstet. Die Aussichten für den europäischen Aluminiummarkt beginnen sich laut Rusal “mehr als erwartet” zu verbessern, nachdem im ersten Halbjahr der “fast totale Stillstand im Automotive Sektor der Eurozone” wegen COVID-19 die Nachfrage um 16,1 Prozent hatte sinken lassen. Die steigende Nachfrage nach Elektro-Fahrzeugen könnte auch den Aluminium-Absatz an die Automobilindustrie wieder ankurbeln. Die größten Wachstumschancen sieht auch Rusal für Aluminium in China. Denn dort hat nicht nur der Sektor Automotive die Wachstumskurve genommen und liegt inzwischen laut China’s Association of Automobile Manufacturers (CAAM) deutlich über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch die Nachfrage nach Aluminium in anderen, vor allem konsumnahen Sektoren steigt wieder. Mit deutlich wachsendem Absatz von Bier und anderen Getränken, sind auch Getränkedosen wieder stark gefragt.

Autorin: Dr. Katharina Otzen-Odrich


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