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und seine Anwendungsindustrien
18. – 20. Mai 2021
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Coronavirus stört weiter die Metallmärkte

24.05.2020

Der Ausbruch der Coronavirus - Pandemie beherrscht seit Wochen und Monaten weltweit die Schlagzeilen. Die Suche nach Wegen aus der Krise hat global gerade erst begonnen. So lange noch kein Corona-Impfstoff gefunden, dessen Wirksamkeit mit einiger Sicherheit bewiesen und international der Zugriff fair geregelt ist, bleibt die Unsicherheit bestehen. Das galt und gilt für die meisten Wirtschaftszweige und für alle Industriemetalle - von Aluminium bis Zink.

Ehe die COVID-19 - Diskussion entbrannte, hatte die Industrie großenteils begonnen, das Thema Klimawandel ernst zu nehmen und Null-Emissionen als ein wichtiges Langfrist-Ziel zu erkennen. Dabei geht es den Unternehmen vor allem darum, ihre CO2 - Emissionen zu senken oder ganz zu vermeiden. Wie auf dem Laufsteg einer Modenschau stellten Unternehmen aus aller Welt ihre Null-Emissions-Ziele zur Schau. Als Lösung galt vor allem die Elektrifizierung des Verkehrs - vom Elektroauto über leichtere Züge bis zu neuartigen Flugzeugen. Die britische Regierung machte kurzentschlossen mit und verkündete den Plan, ab 2035 den Verkauf und Betrieb von Fahrzeugen mit traditionellen Verbrennungsmotoren zu verbieten.

All das hätte einen gewaltigen Nachfrageschub für Metalle bringen sollen, vor allem für das Leichtmetall Aluminium aber auch für so genannte Batterie-Metalle wie Nickel, Kobalt oder Lithium. Doch im COVID-19- Sturm zerstoben die Blütenträume: China, bisher schon der weltgrößte Produzent von Elektroautos, erlebte in den ersten drei Monaten 2020 eine Talfahrt sondergleichen, die weit über die Elektrofahrzeuge hinaus den gesamten Fahrzeugbau nach unten zog und die Produktion mit minus 49 Prozent fast halbierte. Andere Autobauer von Europa bis in die USA schlossen als Reaktion auf den COVID-19 Ausbruch temporär viele ihrer Werke. Dadurch fiel die Nachfrage nach Metallen wie Aluminium. Das brachte Unsicherheit und setzt die Metallmärkte unter Druck. Keines der Industriemetalle zeigte den erwarteten oder erhofften starken Preisaufschwung.

Für Matthew Chamberlain, den CEO der London Metal Exchange (LME), der ältesten und unverändert wichtigsten Metallbörse der Welt, bringt die Corona-Pandemie eine Art Lackmus-Test für die Robustheit des Metallgeschäfts. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg musste die LME um Corona-Infektionen vorzubeugen den berühmten Ring schließen, in dem die Preisfestsetzung noch durch Zuruf geschieht. Dabei kam der Metallbörse aber zugute, dass sie die elektronische Preisbildung für Industriemetalle einige Monate zuvor am Beispiel Zink erfolgreich getestet hatte. Dabei ging es entgegen vieler Gerüchte keineswegs darum, das Ende des Rings einzuläuten, sondern darum ein Sicherheitsnetz zu zeigen, eine Art Reserve-Plattform, die den Ring im Notfall ersetzen kann. Dies hat der Testlauf bewiesen, aber darüber hinaus auch gezeigt, dass der elektronische Handel das Volumen nicht nennenswert verändert. Die Erhöhung der täglichen Handelszeit im Ring bringt dagegen ein deutlich höheres Handels-Volumen.

Gerade für Aluminium, das an der LME mit Abstand am meisten gehandelte Metall, bleiben trotz der derzeitig niedrigen Preise im Großen und Ganzen die Zukunftsaussichten unverändert gut. Das nicht rostende Metall genießt nicht nur wegen seines geringen Gewichts vielerlei Vorteile. Aluminiumschrotte lassen sich mit sehr geringem Energieaufwand ohne Qualitätsverlust recyceln und mit heute immer höher entwickelten Techniken für einen neuen Einsatz aufbereiten. Zudem nutzen die großen Produzenten mehr und mehr Energiequellen mit geringen oder keinen CO2-Emissionen wie Kern- oder Wasserkraft um Primär-Aluminium zu schmelzen. Daher bleibt das Leichtmetall in einer Spitzenposition für eine Umwelt-freundlichere Zukunft.

Aufwärtstendenz für Alumina an der LME

Bei Aluminium bietet die LME unter allen Metallbörsen der Welt das breiteste Spektrum der Handelsmöglichkeiten. Die Londoner Börse bietet seit März 2019 auch Alumina-Kontrakte (Tonerde) mit einer Lot-Grösse von 50 Tonnen gegenüber der sonst bei Primär-Metall üblichen Lot-Größe von 25 Tonnen. Der Grund: zur Herstellung einer Tonne Aluminium sind zwei Tonnen Tonerde erforderlich sind. Im April 2019 notierte Alumina an der LME noch mit etwas mehr als 400 US-Dollar (US$) je Tonne. Seitdem ist der Kurs auf knapp 200 US$ gefallen. Seit Mai dieses Jahres gibt es aber wieder eine neue Aufwärtstendenz für Alumina.

Soweit es um LME Aluminium und LME Aluminium-Legierungen geht, hat das Geschäft schon im April dieses Jahres auf breiter Front anzuziehen begonnen. Dabei schwankten die Preise allerdings am unteren Ende der Preisskala auffällig stark. Für Chamberlain ist das aber keinerlei Grund zur Beunruhigung “solange die LME einen stabilen, geordneten Markt sichert”. Wann die LME den Ring wieder öffnen kann, steht zwar immer noch in den Sternen - und hängt für ihn nicht nur vom Kurs ab, den die britische Regierung steuert. Sein wichtigstes Ziel bleibt die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter, der Mitglieder und deren Ring - Handelsteams und der weiteren Metallwirtschaft.

   

Autorin: Katharina Otzen-Odrich / London

   


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