• 27. – 29. September 2022
  • Messegelände Düsseldorf

„Ich bin beeindruckt vom Optimismus und der Energie"

30. September 2022
Düsseldorf

© European Aluminium

„Es gibt immer eine Lösung", sagt Paul Voss, Generaldirektor von European Aluminium: ALUMINIUM fragte ihn am Rande der Messe, wie diese in der aktuellen Situation der Branche aussehen könnte.

ALUMINIUM: Paul, Sie sind seit Februar Generaldirektor von European Aluminium. Eine ziemlich aufregende Zeit, um diesen Job zu beginnen?

Paul Voss: Ich kann meine Zeit in dieser Funktion in zwei Phasen unterteilen: Die allerersten Wochen waren geprägt von Diskussionen über die Energiewende und die Rolle von Aluminium in dieser Wende. Und die letzten Monate, in denen sich der Fokus auf eine fast ausschließliche Diskussion über die Energiepreise verengt hat. Es ist sehr schwierig, sich auf andere Diskussionen einzulassen, wenn man diesen einen enormen Faktor hat, der noch nicht geklärt ist.

 

Wie groß sind unsere Probleme? Müssen wir Angst haben? Müssen Sie das?

Paul: Ja. Und ich kann Ihnen sagen, dass ich kein Mensch bin, der von Natur aus nervös ist. Aber unsere Probleme sind ernst – hier geht es wirklich um das Überleben der industriellen Basis Europas, mit möglichen Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft.

 

Was könnte der Weg zu einer Lösung sein?

Paul: Es gibt immer eine Lösung, aber wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir brauchen eine Kombination aus kurzfristigen Maßnahmen, um das Ausbluten zu stoppen, und einem System, das es energieintensiven Industrien ermöglicht, sich die benötigte Energie zu einem akzeptablen Preis zu beschaffen. Ich sage nicht, zu demselben Preis, den wir vorher hatten, sondern zu einem, mit dem wir leben können.

Und darüber hinaus hat die Energiewende enormes Potenzial, Teil der Lösung zu sein. Je mehr wir lernen, die Bedürfnisse unserer Gesellschaft zu befriedigen, und je mehr wir lernen, die Ressourcen von hier, aus unserem Hinterhof, zu nutzen, desto weniger werden wir auf fossile Energien aus dem Ausland angewiesen sein.

 

Gibt es etwas, was die Industrie selbst jetzt tun kann?

Paul: Ja, und es ist auch eine Kombination aus kurz- und langfristigen Maßnahmen. Kurzfristig kann die europäische Industrie ein wichtiger Partner für die politischen Entscheidungsträger sein. Wir können eine gewisse Flexibilität in Bezug auf die Art und Weise und den Zeitpunkt unseres Energieverbrauchs bieten. Aber wir können uns auch am Prozess der Dekarbonisierung beteiligen. Sowohl durch den Einsatz von mehr erneuerbaren Energien in unserer Produktion, als auch durch die Herstellung unserer Materialien auf zunehmend nachhaltige Weise.

 

Was halten Sie von dieser Messe, und welchen Beitrag kann eine Veranstaltung wie die ALUMINIUM leisten?

Paul: Wie Sie wissen, ist dies meine erste ALUMINIUM-Messe, und ich bin generell beeindruckt von der Größe und dem Ausmaß der Veranstaltung – und auch vom Optimismus und der Energie, die angesichts der schwierigen Umstände im Raum herrschen. Ich sehe Menschen, die nicht versuchen, den Niedergang zu bewältigen, sondern die sich auf eine gute Zukunft vorbereiten. Das gibt mir wirklich Hoffnung.